Wie tausche ich eine Gleitringdichtung – selbst wechseln oder Fach-mann beauftragen?
Schnellantwort: Der Austausch einer Gleitringdichtung umfasst sechs Schritte: (1) Anlage stromlos schalten und Medium ablassen, (2) Pumpe demontieren und Welle freilegen, (3) alte Dichtung entfernen und Schadensbild dokumentieren, (4) Welle und Dichtungssitz reinigen und prüfen, (5) neue Dichtung passgenau einsetzen, (6) Pumpe zusammenbauen und Dichtigkeitstest durchführen. Bei einfachen Kreiselpumpen wie Poolpumpen ist der Austausch in Eigenregie möglich. Bei Hochdruckanlagen, aggressiven Medien oder Doppelgleitringdichtungen übernimmt ein Fachbetrieb den Austausch.
Ist die Gleitringdichtung defekt, sollten Sie sofort die Dichtung austauschen. Einfache Modelle wie beispielsweise in Pools lassen sich in Eigenregie tauschen. Bei komplexen Anlagen und aggressiven Medien empfiehlt es sich, die Dichtung von einem Fachmann austauschen zu lassen. Der Dichtungsprofi hat Erfahrung, was die Betriebssicherheit erhöht und die Ausfallzeit verkürzt.
Was ist eine Gleitringdichtung und warum muss sie getauscht werden?
Eine Gleitringdichtung ist ein dynamisches Dichtsystem, das den Austritt von Flüssigkeit an der rotierenden Welle einer Pumpe verhindert. Eine Gleitringdichtung besteht aus zwei plan geläppten Dichtflächen: einem stationären Sitz im Pumpengehäuse und einem rotierenden Gleitring auf der Welle. Ein Federelement presst beide Flächen aufeinander. Ein sehr dünner Flüssigkeitsfilm zwischen den Flächen schmiert und kühlt die Dichtung im Betrieb.
Die Gleitflächen einer Gleitringdichtung sind Verschleißteile. Im Betrieb wird kontinuierlich Material abgetragen, bis die Dichtwirkung nachlässt und Flüssigkeit an der Wellendurchführung austritt. Der Austausch einer Gleitringdichtung ist deshalb kein Defekt der Pumpe, sondern planbare Instandhaltung. Trockenlauf, Partikel im Fördermedium, Überhitzung oder eine fehlausgerichtete Welle beschleunigen den Verschleiß und verkürzen die Standzeit der Gleitringdichtung deutlich.
Woran erkenne ich, dass die Gleitringdichtung getauscht werden muss?
Gleitringdichtungen fallen nur in den seltensten Fällen von heute auf morgen aus. In der Regel gibt es verschiedenste Vorboten, die darauf hindeuten, die Gleitringdichtung zu tauschen. Zu diesen gehören:
- Gleichmäßiger Verschleiß auf beiden Dichtungsflächen
- Sichtbarkeit von feinen Verschleißspuren
- Sichtbare Leckage an der Wellendurchführung
- Erhöhte Temperatur oder ungewohnte Geräusche beim Pumpenbetrieb
- Druckabfall oder Leistungsverlust der Anlage
Das Dichtung austauschen kann aber auch Ursachen haben, die am Dichtungsumfeld liegen wie zum Beispiel:
- Trockenlauf
- Partikelverunreinigung in der Flüssigkeit
- Überhitzung
- Übermäßiger Rundlauf / Wellenfehlausrichtung
- Chemische Unverträglichkeit
Unser Expertentipp: Um diese und andere Schäden an der Gleitringdichtung frühzeitig zu erkennen, sollten Sie regelmäßige Sichtprüfungen als präventive Maßnahme durchführen.
Sind Sie sich unsicher, ob Ihre Gleitringdichtung noch dicht ist? Kontaktieren Sie das Team von Billi Dichtungstechnik. Unsere Dichtungsexperten helfen Ihnen gerne weiter!
Gleitringdichtung selbst tauschen - wann ist das möglich?
Die Gleitringdichtung selbst zu tauschen, ist möglich, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab. An erster Stelle steht dabei die Pumpe. Gängige Kandidaten für das Dichtung austauschen in Eigenregie sind einfache Kreiselpumpen wie zum Beispiel Pool- oder Heizungspumpen. Einen Fachmann zu beauftragen, empfiehlt sich bei Hochdruckanlagen, bei Anlagen mit komplexen Bauformen oder wenn aggressive Medien im Spiel sind. Des Weiteren sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
- Besitzen Sie Grundkenntnisse in der Pumpentechnik?
- Ist das passende Ersatzteil erhältlich?
- Steht Ihnen das richtige Werkzeug zur Verfügung?
Können Sie diese Fragen mit "Ja" beantworten, sollte es Ihnen möglich sein, die Gleitringdichtung zu tauschen. Vor dem Eingriff ist es trotzdem unabdingbar, dass Sie Herstellerdokumentation und Betriebsanleitung als Pflichtlektüre lesen.
Entscheidungshilfe: Gleitringdichtung selbst tauschen oder Fachbetrieb beauftragen?
| Kriterium | Selbst tauschen möglich | Fachbetrieb empfohlen |
|---|---|---|
| Pumpentyp | Einfache Kreiselpumpe, zum Beispiel Poolpumpe oder Heizungspumpe | Hochdruckanlage oder Pumpe mit komplexer Bauform |
| Bauart der Dichtung | Einfache Gleitringdichtung | Doppelgleitringdichtung oder Kartuschensystem mit Sperrdruckanschluss |
| Fördermedium | Wasser und neutrale Medien | Säuren, Laugen, hohe Temperaturen oder Druckbereiche über 25 bar |
| Werkzeug | Passendes Montage- und Messwerkzeug ist vollständig vorhanden | Geeignete Werkzeuge sind nicht verfügbar |
| Ersatzteil | Passende Ersatz-Gleitringdichtung ist erhältlich | Keine Ersatzteile verfügbar |
| Vorkenntnisse | Grundkenntnisse in der Pumpentechnik sind vorhanden | Keine Erfahrung mit Pumpentechnik |
| Schadensbild | Ausfallursache ist eindeutig erkennbar | Unklare Schadensursache oder wiederholter Ausfall ohne ersichtlichen Grund |
Welches Werkzeug und Material benötige ich, um eine Gleitringdichtung zu tauschen?
Der Austausch einer Gleitringdichtung erfordert Messwerkzeug für die Kontrolle der Welle und Montagewerkzeug, das die empfindlichen Dichtflächen nicht beschädigt. Metallwerkzeuge dürfen die Gleitflächen der Gleitringdichtung nicht berühren. Für die Montage werden ausschließlich Kunststoff-, Gummi- oder Holzwerkzeuge verwendet.
Werkzeuge und Materialien für den Austausch einer Gleitringdichtung
| Werkzeug oder Material | Verwendungszweck beim Austausch der Gleitringdichtung |
|---|---|
| Kombinationsschlüssel, Inbusschlüsselsatz, Schlitzschraubendreher | Demontage von Pumpengehäuse, Antriebskragen und Stellschrauben |
| Drehmomentschlüssel | Anziehen der Stellschrauben auf das vom Hersteller angegebene Drehmoment |
| Mikrometer | Messung des Wellendurchmessers und Abgleich mit der Herstellertoleranz |
| Wellenausrichtwerkzeug | Prüfung von Rundlauf und Fluchtung der Welle |
| Dichtungseinbauhülse oder Gummihammer | Rechtwinkliges Einsetzen des stationären Sitzes ohne Beschädigung der Dichtfläche |
| Holz- oder Kunststoffdübel | Herausdrücken des Festsitzes aus der Dichtungskammer |
| Saubere, fusselfreie Tücher | Reinigung von Welle und Dichtungssitz vor dem Einbau |
| Seifenwasser oder Isopropanol | Leichtes Einfetten des O-Rings vor der Montage |
| Filzstift | Markierung der Einbauposition und Dokumentation des Schadensbildes |
Gleitringdichtung tauschen - Schritt-für-Schritt-Anleitung
In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung erfahren Sie, wie Sie eine Dichtung austauschen und was Sie dabei beachten sollten.
Schritt 1: Anlage stromlos schalten und Medium ablassen
- Anlage stromlos schalten: Es reicht nicht, nur die Pumpe abzuschalten, da diese während dem Dichtung austauschen unerwartet anlaufen kann, was schwere Verletzungen verursacht.
- Ablassen des Mediums: erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen treffen
Schritt 2: Pumpe demontieren, Welle freilegen
Machen Sie sich mit dem Pumpentyp vertraut. Die Reihenfolge der Demontage und der Dichtungszugang sind von Pumpe zu Pumpe unterschiedlich. Führen Sie die Demontage ohne Kenntnis der Pumpenkonfiguration durch, kann es zu Beschädigungen von Kupplung und Gehäuse kommen.
Schritt 3: Alte Dichtung entfernen - Schadensbild dokumentieren (Rückschlüsse auf Ausfallursache)
- Rotierende Baugruppe: Entfernen Sie die Stellschrauben im Antriebskragen oder Federhalter vollständig. Danach schieben Sie die rotierende Baugruppe von der Welle in Richtung Laufrad.
- Festsitz: Der Festsitz wird durch einen O-Ring mit Presspassung gehalten. Drücken Sie den Festsitz mit einem Holz- oder Kunststoffdübel heraus.
Dokumentieren Sie das Schadbild
- Wellenrundlauf: In der Regel sind maximal 0,05 Millimeter TIR erlaubt.
- Wellendurchmesser: Dieser muss innerhalb der Toleranz (Angaben des Dichtungsherstellers zur Bohrungsbohrung) liegen.
- Oberflächenbeschaffenheit der Welle: Die Wellenoberfläche muss glatt und frei von Korrosionsnarben, Riefen oder Rost sein.
Prüfwerte an der Welle vor dem Einbau der neuen Gleitringdichtung
| Prüfpunkt | Sollwert | Folge bei Abweichung |
|---|---|---|
| Wellenrundlauf | Maximal 0,05 Millimeter TIR | Ungleichmäßiger Kontakt der Dichtflächen und Frühausfall der Gleitringdichtung |
| Wellendurchmesser | Innerhalb der vom Dichtungshersteller angegebenen Toleranz | Der Festsitz hält nicht, der O-Ring dichtet nicht ab |
| Oberfläche der Welle | Glatt, frei von Korrosionsnarben, Riefen und Rost | Beschädigung des O-Rings und Leckage an der Wellendurchführung |
| Fluchtung von Pumpen- und Motorwelle | Kein Flucht- und Achsversatz | Eine der häufigsten Ursachen für den Frühausfall der Gleitringdichtung |
Schritt 4: Welle und Dichtungssitz reinigen, auf Riefen und Laufspuren prüfen
- Reinigung mit einem sauberen, fusselfreien Tuch
- Riefen und Laufspuren prüfen und dokumentieren (Foto)
Schritt 5: Neue Dichtung passgenau und werkzeuggerecht einsetzen (keine rohe Gewalt, keine Metallwerkzeuge an Dichtflächen)
Stationärer Sitz:
- Sitz an Verdrehsicherungsnut oder Verdrehsicherungsstift ausrichten
- Sitz mit sauberer Dichtungseinbauhülse (oder Schlauchstück mit rechtwinkligem Ende) und stetigem Handdruck rechtwinkelig in Dichtungskammerbohrung drücken
- Prüfen, ob der stationäre Sitz vollständig und gleichmäßig sitzt; kein Spiel oder Wackeln
Unser Expertentipp: Fetten Sie den O-Ring mit einem Tropfen Seifenwasser oder Isopropanol leicht ein. Das erleichtert die Montage.
Drehbaugruppe (rotierende Baugruppe):
- Schieben Sie die Drehbaugruppe von der Laufradseite auf die Welle
- Stellschrauben auf das vom Hersteller angegebene Drehmoment festziehen
- Verschraubtes Laufrad montieren: neuen O-Ring und neue Sicherungsscheibe verwenden
Schritt 6: Pumpe zusammenbauen, Dichtigkeitstest vor Inbetriebnahme
- Bauen Sie die Pumpe zusammen.
- Pumpengehäuse vor dem Start entlüften, damit die Gleitringdichtung nicht trocken läuft
- Drehrichtung des Motors prüfen (Stoßtest)
- Verhalten der Gleitringdichtung während der Anlauf- und Einlaufphase beobachten (Dichtigkeitstest)
Wann sollten Sie den Austausch der Gleitringdichtung einem Fachmann überlassen?
Ob Sie für das Dichtung wechseln einen Fachmann beauftragen, bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen. Es gibt jedoch verschiedene Bedingungen, die für das Gleitringdichtung tauschen durch einen Experten sprechen, wie zum Beispiel:
- Doppelgleitringdichtungen oder kartuschenartige Systeme mit Sperrdruckanschluss
- Medien mit Säuren, Laugen, hohen Temperaturen oder Druckbereichen über 25 bar
- Geeignete Werkzeuge sind nicht verfügbar
- Keine Ersatzteile verfügbar
"Unklare Schadensursache" ist ein weiterer Grund, einen Fachmann zu beauftragen, die Gleitringdichtung zu tauschen. Gemeint ist hier, dass die Dichtung wiederholt ohne ersichtlichen Grund ausfällt.
Ob es sich um diesen oder einen anderen Dichtungsfall handelt, der Reparaturservice der Billi Dichtungstechnik GmbH hilft Ihnen gerne weiter. Inspektion, Aufarbeitung und Austausch mit Qualitätsprüfung werden von unseren Experten mit langjähriger Erfahrung durchgeführt.
Sind Sie sich unsicher, ob sich eine Reparatur lohnt? Senden Sie Ihre Dichtung unserem Reparaturservice zur kostenlosen Erstbewertung ein.
Damit das Gleitringdichtung tauschen von Erfolg gekrönt ist, gilt es, folgende Fehler, die leider oft gemacht werden, zu vermeiden:
- Verbau eines falschen Ersatzteils: Gehen Sie beim Kauf keine Kompromisse ein. Wellendurchmesser, Typ und Werkstoff müssen zu 100 Prozent übereinstimmen, damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt.
- Beschädigung der Dichtflächen durch Metallwerkzeug: Werden die Dichtflächen beim Gleitringdichtung tauschen beschädigt, hält die Dichtung nicht dicht. Deshalb verwenden Sie zum Dichtung wechseln nur Kunststoff- oder Gummiwerkzeuge.
- Folgeausfall nach kurzer Zeit: Um sicherzustellen, dass die neu eingebaute Gleitringdichtung ihrer Lebensdauer entsprechend hält, muss die Ausfallursache geklärt werden. Liegt die Ursache beispielsweise an der Umgebung oder dem transportierten Medium, laufen Sie Gefahr, dass die neue Gleitringdichtung bereits nach kurzer Zeit ausgetauscht werden muss.
- Wellenausrichtung nicht geprüft: Die Folge ist ein Flucht- und Achsversatz - eine der häufigsten Ursachen für den Frühausfall der Gleitringdichtung!
Unser Expertentipp: Führen Sie nach dem Ausbau der alten Gleitringdichtung eine Schadensanalyse an der Dichtung durch. Das Aussehen (Kratzer, Schrammen, Abnutzungsspuren etc.) der Dichtungsflächen und der O-Ringe geben Aufschluss darüber, was die Ursache für den Ausfall der Gleitringdichtung gewesen ist.
FAQs – häufig gestellte Fragen zum Austausch von Gleitringdichtungen
Wie lange dauert es, eine Gleitringdichtung selbst zu tauschen?
Das Dichtung austauschen ist keine Angelegenheit von Minuten, sondern von Stunden. Denn in den ersten vier Stunden sollte die neue Gleitringdichtung nicht auf höchster Stufe laufen.
Was kostet der Austausch einer Gleitringdichtung beim Fachmann?
Die Kosten für den Austausch einer Gleitringdichtung hängen von der Anlage ab. Bei komplexen Anlagen fallen die Austauschkosten in der Regel höher aus als bei einfachen. Trotzdem sollten Sie, wenn Sie unsicher sind, auch bei einfachen Anlagen einen Fachmann für den Dichtung wechseln beauftragen, um Folgekosten, die durch einen unsachgemäßen Tausch entstehen können, zu vermeiden. Die Kosten variieren je nach Dichtungstyp und Größe. Als Faustregel kann man jedoch ca. 50 % des Neuwertes veranschlagen.
Kann man eine Gleitringdichtung reparieren, statt sie komplett zu tauschen?
Ja. Bei Gleitringdichtungen ist es nicht zwingend erforderlich, die komplette Dichtung zu wechseln. Oft reicht es aus, Einzelteile zu tauschen und die Gleitringdichtung zu reinigen. Daher empfiehlt es sich, die Dichtung von Experten, wie beispielsweise dem Billi Reparaturservice, unverbindlich prüfen zu lassen. Je nach Prüfungsergebnis empfehlen unsere Experten, eine Reparatur oder die Dichtung zu wechseln.
Welches Werkzeug brauche ich, um die Dichtung selbst auszutauschen?
Um die Dichtung zu wechseln, brauchen Sie Kombinationsschlüssel, Drehmomentschlüssel, Wellenausrichtwerkzeug, Mikrometer, Gummihammer/Dichtungseinbauhülse, Schlitzschraubendreher, Inbusschlüsselsatz, fusselfreie und saubere Tücher und einen Filzstift.
Wie erkenne ich, welche Ersatz-Gleitringdichtung zu meiner Pumpe passt?
Im Idealfall kaufen Sie die gleiche Gleitringdichtung, die in Ihrer Pumpe verbaut ist. Um welchen Typ es sich handelt, erfahren Sie aus der Betriebsanleitung, der Herstellerdokumentation oder der Rechnung. Darüber hinaus sind Wellendurchmesser, Typ und Werkstoff zentrale Parameter, die Sie vor dem Kauf der Ersatz-Gleitringdichtung prüfen sollten. Kommen Sie auf keinen grünen Zweig, hilft Ihnen der Billi Reparaturservice beim Gleitringdichtung tauschen gerne weiter.
Welche Sicherheitsmaßnahmen sind beim Tausch einer Gleitringdichtung zwingend erforderlich?
Zwingend erforderlich sind das stromlose Schalten der gesamten Anlage und das gesicherte Ablassen des Fördermediums. Das Abschalten der Pumpe allein genügt nicht, weil die Pumpe während des Austauschs unerwartet anlaufen und schwere Verletzungen verursachen kann. Bei aggressiven, heißen oder unter Druck stehenden Medien sind zusätzlich persönliche Schutzausrüstung und ein Auffangbehälter notwendig. Der Austausch einer Gleitringdichtung beginnt deshalb immer mit der Freischaltung der Anlage, nicht mit der Demontage der Pumpe.
Kann ich eine Gleitringdichtung tauschen, ohne die Pumpe zu demontieren?
Nein. Eine Gleitringdichtung sitzt auf der Welle innerhalb des Pumpengehäuses und ist ohne Demontage nicht zugänglich. Für den Austausch müssen das Pumpengehäuse und in der Regel auch das Laufrad entfernt werden, damit sich die rotierende Baugruppe von der Welle schieben lässt. Der Umfang der Demontage hängt vom Pumpentyp ab. Die Herstellerdokumentation gibt die Reihenfolge der Demontage und den Dichtungszugang für die jeweilige Pumpe vor.
Muss ich beim Austausch der Gleitringdichtung auch die O-Ringe erneuern?
Ja. Beim Austausch einer Gleitringdichtung werden alle Elastomerteile mit erneuert, also O-Ringe und Sicherungsscheiben. Gebrauchte O-Ringe sind verformt, verhärtet und chemisch vorbelastet und dichten den Festsitz nach dem Wiedereinbau nicht mehr zuverlässig ab. Beim verschraubten Laufrad kommen ebenfalls ein neuer O-Ring und eine neue Sicherungsscheibe zum Einsatz. Ein Tropfen Seifenwasser oder Isopropanol auf dem O-Ring erleichtert die Montage.
Warum fällt eine neu eingebaute Gleitringdichtung schon nach kurzer Zeit wieder aus?
Ein Frühausfall nach dem Austausch hat fast immer eine Ursache außerhalb der Gleitringdichtung selbst. Häufig sind das ein Flucht oder Achsversatz der Welle, Trockenlauf durch ein nicht entlüftetes Pumpengehäuse, Partikel im Fördermedium oder ein Werkstoff, der nicht zum Fördermedium passt. Auch ein falsches Ersatzteil mit abweichenden Einbaumaßen führt zum schnellen Ausfall. Wird die Ausfallursache vor dem Einbau nicht geklärt, verschleißt auch die neue Gleitringdichtung vorzeitig.
Woran erkenne ich, ob die Welle nach dem Ausbau der alten Gleitringdichtung noch verwendbar ist?
Die Welle ist weiter verwendbar, wenn drei Prüfwerte eingehalten sind: Der Wellenrundlauf beträgt maximal 0,05 Millimeter TIR, der Wellendurchmesser liegt innerhalb der vom Dichtungshersteller angegebenen Toleranz und die Wellenoberfläche ist glatt sowie frei von Korrosionsnarben, Riefen und Rost. Riefen und Laufspuren im Dichtungssitz werden vor dem Einbau fotografisch dokumentiert. Weicht ein Prüfwert ab, führt der Einbau einer neuen Gleitringdichtung erneut zu Leckagen.
Wie verlängere ich die Lebensdauer einer neu eingebauten Gleitringdichtung?
Die Lebensdauer einer Gleitringdichtung hängt vor allem von den Betriebsbedingungen ab. Regelmäßige Sichtprüfungen an der Wellendurchführung decken Leckagen früh auf. Trockenlauf lässt sich vermeiden, indem das Pumpengehäuse vor jedem Start entlüftet wird. Eine geprüfte Wellenausrichtung, ein partikelfreies Fördermedium und die Einhaltung der zulässigen Temperatur und Druckbereiche reduzieren den Verschleiß der Gleitflächen. In den ersten vier Betriebsstunden darf die neue Gleitringdichtung nicht auf höchster Stufe laufen.
Wie lange dauert der Austausch einer Gleitringdichtung durch einen Fachbetrieb?
Die Dauer des Austauschs hängt vom Pumpentyp, von der Zugänglichkeit der Dichtung und von der Verfügbarkeit der passenden Ersatzdichtung ab. Ist die Ersatz Gleitringdichtung vorrätig, bestimmt im Wesentlichen der Demontageaufwand an der Pumpe die Dauer. Muss die Dichtung erst beschafft, aufgearbeitet oder neu gefertigt werden, verlängert sich die Bearbeitungszeit. Wenn die notwendigen Ersatzteile vorhanden sind und die Reparatur nicht zu aufwändig ist, kann man von einer Reparaturdauer von ca. 1-2 Wochen ausgehen.
Katalog Gleitringdichtung Standard
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